Er war sich nie zu schade, für die unangenehmen Dinge, die keiner machen wollte. Schmutz, Wege, Zeit, Verzicht, Geld waren kein Thema, wenn es darum ging, anderen zu helfen, einen Gefallen zu tun, eine Freude zu bereiten.
Für die, die er liebte, hat er alles gemacht und an sich dabei als allerletztes gedacht.
Er hatte kein Geld, sein ganzer Besitz passte in zwei große Reisetaschen. Materieller Reichtum war für ihn nur ein unwichtiger Aspekt des Lebens, obwohl natürlich auch er gern mehr gehabt hätte. Wenn er mal was hatte, hat er nicht gerechnet, kalkuliert, geplant, sondern hat es mit Freuden für sich und andere einfach ausgegeben. Und nicht zuletzt deshalb war er ein reicher Mann.
Er sah und freute sich an den kleinen Dingen des Lebens, eine herzliche Umarmung, ein ehrlicher Satz, eine freundliche Geste, ein stilles Lob, ein anerkennender Blick.
Er liebte und beachtete die Menschen, den geliebten Freund genauso wie den fremden Trinker am Straßenrand. Er sprach andere an, hörte zu und versuchte die passenden Worte zu finden.
Stefan war ein aufmerksamer und wachsamer Mensch.
Er lebte aus dem Bauch heraus, in Freud und Leid, in Wut, Angst, Verzweiflung. Sein Ausdruck war klar und kräftig und immer ehrlich.
Lachen zog sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Er hat geglaubt, seine Rolle ist es, anderen Spaß, Freude und Leichtigkeit zu bringen und er hatte schreckliche Angst davor, nichts mehr wert zu sein, wenn er einmal nicht mehr lachen kann.
Stefan liebte das Leben, genoss es in vollen Zügen, bis es ihn einholte und verschlang.
Am 13.Juni 2008 verunglückte Stefan tödlich.
